Nov. 2022

Murano- BAYERWALD - PARIS :)

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...dies waren meine letzten drei großen Stationen seit April diesen Jahres.

Nachdem ich zwei äußerst lehrreiche und arbeitsintensive Monate auf der Glasmacherinsel Murano bei Venedig als Assistentin bei Wave Murano Glas verbracht hatte, ging es für mich zurück in den Bayerischen Wald, wo ich mich bereits im Frühjahr zur Fertigung neuer Unikate eingemietet hatte.

 

Diesmal stand aber etwas ganz Besonderes an - ganze 5 Wochen verbrachte ich in Frauenau, um nicht nur frische Unikate für meinen Onlineshop zu fertigen, sondern auch, um an einem zweiwöchigen Heißglaskurs am Bild-Werk Frauenau e.V. teilzunehmen: Als Stipendiatin der Alexander-Tutsek-Stiftung, welche KünstlerInnen im Bereich Glas fördert, hatte ich die Möglichkeit mich unter der Leitung des Irländischen Glasmachers Scott Benefield im Bereich venezianischer Filigrantechniken weiterzubilden. Mein persönliches Ziel war es, hier erstmals Glaskörper für eine Reihe neuer, skulpturaler Werke in Kombination mit Anröchter Stein anzufertigen, um diese dann anlässlich des "Steinfest 12" in Anröchte bei einer Gruppenausstellung auf dem Hof Schulte auszustellen.

Für mich war die Ausstellung ein großer Erfolg, allein schon weil ich - dank der Tutsek Stiftung und dem Natursteinbetrieb Schulte -  nach sechs Jahren nun endlich ein großes Herzensprojekt umsetzen konnte: Skulpturen in Glas und Anröchter Stein. Denn schon seit Beginn meiner Ausbildung zur Glasmacherin an der Glasfachschule Zwiesel hatte ich diese Vision und bin nun überglücklich mit den ersten Ergebnissen, welche sicherlich auch stark von meinen Aufenthalten in Paris bei dem Glasmacher Jeremy Maxwell Wintrebert und auf Murano bei Wave Murano Glass geprägt worden sind.

Was mich ebenfalls sehr glücklich gemacht hat, war die Möglichkeit des direkten Austauschs mit den vielen, überaus interessierten Besuchern. Dies war für mich tatsächlich eine Neuheit, da ich mich 2020 im Zuge der Pandemie selbstständig gemacht hatte und der Verkauf bis dato ausschließlich über meinen Onlineshop gelaufen war. Was für ein schönes Gefühl, mit den Besuchern in Kontakt treten zu können und ihnen persönlich über meinen Beruf und meine Leidenschaft zum Heißglas berichten zu dürfen!

Übrigens: Meine Werke sind nun permanent in den Räumlichkeiten des Hof Schule installiert und unter Voranmeldung zu besichtigen:

 

Hof Schulte

Hauptstraße 63

59609 Anröchte

Tel.: 02947/ 973810

Zu guter letzt habe ich mich noch für eine Woche in der Heißglaswerkstatt meines Kollegen Cornelius Réer mitten im schönen Nürnberg eingemietet. Zusammen mit seiner Assistentin, der französichen Glasmacherin Justine Vincent, habe ich fünf Tage lang feinstes, mundgeblasenes Glas gefertigt, um Euch ein schönes, vorweihnachtliches Shop-Update bereiten zu können. Die Atmosphäre war ganz zauberhaft, denn obwohl Justine und ich noch nie zuvor zusammen am Ofen gearbeitet haben, funktionierten wir bereits wie ein richtig gut eingespieltes Team - und das ist ganz und gar nicht selbstverständlich! Glasblasen erfordert nicht nur ein enorm hohes Maß an Konzentration, sondern auch extrem präzises Timing: Die Temperatur im gesamten Fertigungsprozess - und somit eine Absprache untereinander - ist super bedeutend. Justine und ich waren definitiv im Flow, und das bedurfte nicht einmal vieler Worte - traumhaft!

Ob ich im neuen Jahr wieder bei Cornelius am Ofen stehen kann ist derzeit jedoch noch sehr ungewiss. Und damit spreche ich ein ganz wichtiges Thema an, was uns Glasmachern momentan leider heftige Bauchschmerzen bereitet: Die Energiekrise. Die Gaspreise steigen um ein Vielfaches - und für unser Handwerk, bei dem der Glasschmelzofen rund um die Uhr laufen muss, hat das drastische finanzielle Folgen. Auf der Glasmacherinsel Murano bei Venedig, wo ich noch Anfang des Jahres als Assistentin tätig war, mussten bereits etliche, sehr traditionsreiche Glashütten aufgrund schwindelerregender Energiekosten schließen. Neue Gasverträge sind unbezahlbar - und deswegen bleiben im neuen Jahr viele Heißglasstudios vorerst "kalt" - darunter leider auch die, bei denen ich mich in den letzten zwei Jahren regelmäßig eingemietet habe.

 

Auch 2023 wird somit wieder einmal äußerst spannend. Nichtsdestotrotz bleibe ich zuversichtlich: Ich liebe meinen Handwerksberuf und spüre allgemein eine große Lust auf Handgefertigtes und Besonderes - und das lässt mich trotz aller Unsicherheiten optimistisch in das neue Jahr blicken.

 

Ich wünsche Euch eine fröhliche und besinnliche Weihnachtszeit!

 

Alles Liebe,

Eure Pia

MÄRZ
2022

1. Shop-Update 2022
und weitere Tolle NeuigKeiten

Ihr Lieben,

 

mit sonnigen Frühlingsgrüßen direkt aus Paris überbringe ich Euch einige aktuelle Neuigkeiten.

 

Bereits zum dritten Mal verstärke ich nun das Team rund um den Glasmacher, Künstler und Designer Jeremy Maxwell Wintrebert. Hier in seinem Pariser Studio mit eigener Heißglas- sowie Metallwerkstatt werden beeindruckende Beleuchtungsobjekte und Kunstinstallationen aus mundgeblasenem, frei geformten Glas geschaffen - und das nach feinster Handwerkskunst auf allerhöchstem Niveau. Für mich ist es eine besondere Ehre hier als Glasmacherassistentin an der Kreation hochklassiger Objekte mitzuwirken - und außerdem eine große Inspirationsquelle für meine eigenen Werke.

 

Nur wenige Tage bevor ich mich auf den Weg nach Paris gemacht habe, kam ich erst von einer sehr produktiven und zufriedenstellenden Arbeitsphase aus dem Bayerischen Wald zurück. Hier hatte ich mich erneut in der Heißglaswerkstatt des Bild-Werk Frauenau zur Fertigung meiner eigenen Unikate eingemietet - und damit es sich auch richtig lohnt erstmals für eine ganze Woche! Dementsprechend intensiv und fokussiert konnte ich also daran arbeiten, einen frischen Schwung an mundgeblasenen, farbenfrohen Unikaten für meinen Onlineshop zu fertigen - wie immer in liebevollster Handarbeit nach uralter Glasmachertradition :)

 

Und somit folgt die vielleicht wichtigste Nachricht:

Am Vormittag des 26. März um 11:00 Uhr werden diese endlich in meinen Onlineshop einziehen!

 

Macht Euch bereit für ein wunderschönes, frisches Shop-Update und notiert Euch den Termin am besten direkt im Kalender - denn meine feinen Kunstwerke sind wie immer nur sehr limitiert verfügbar: Jedes einzelne Objekt wird mit ganz viel Liebe zum Detail und frei von Hand gefertigt.

 

 

 

Ein weiteres Highlight in diesem Jahr war definitiv auch der dreiseitige Artikel im COUCH Magazin, in dem so wunderschön über meine große Leidenschaft für das heiße Glas und meinen Beruf als Glasmacherin sowie über meine einzigartigen Kunstwerke berichtet wurde. Schaut doch einmal rein!

 

Ich wünsche Euch eine fröhliche Frühjahrszeit und ganz viel Spaß beim Stöbern in meinem schon ganz bald frisch gefülltem Shop.

 

Macht es Euch schön!

 

Alles Liebe,

 

Eure Pia

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Jan.
2022

Jahresrückblick

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Ihr Lieben,

 

2021 hatte es ganz schön in sich!
Ich könnte jetzt einen super langen, reflektierten Jahresrückblick verfassen - und das mache ich auch, denn wenn es ein Jahr verdient hat, dann dieses💥

 

1/2 Jahr Spanien, 1/2 Jahr Deutschland. Das erste Jahr selbständig als Glasmacherin. Ich glaube, ich habe noch nie zuvor so viel gearbeitet - aber: Wenn dein Job deine absolute Leidenschaft ist, dann kann man sich eben oftmals nur sehr schwer bremsen.

Anfang des Jahres. Ein kleines Glasmuseum in einem klitzenkleinen Dörfchen in Katalonien. Hier haben mein damaliger Partner und ich beinahe wie die Verrückten Glas geblasen. Die Woche hatte gefühlt kaum genug Tage - bis der spanische Sommer kam 🥵

Aber mal ganz abgesehen von den extremen Temperaturen gab es 2021 viele Herausforderungen, Rückschläge sowie Erfolge. Oft bin ich an meine Grenzen geraten - und dennoch möchte ich nichts davon missen. Blicke ich auf das Jahr zurück, so bin ich dankbar für all die Erfahrungen, die ich machen durfte!

Zurück in Deutschland. Erst einmal neu sortieren. Dankbar bin ich für Orte wie die Glasmanufaktur Harzkristall und das Bild-Werk Frauenau wo ich seit meiner Rückkehr immer wieder am Heißglasofen arbeiten konnte. Dankbar bin ich auch für diese unglaublich tolle Glas-Community, die sich vernetzt und sich gegenseitig unterstützt! ❤️‍
Und ich bin super dankbar für all die wundervollen Menschen, denen ich in diesem Jahr begegnet bin.

An dieser Stelle möchte ich mich zudem bei den vielen, wunderschönen Läden, mit denen ich Anfang des Jahres zusammenarbeiten durfte bedanken und - natürlich ganz besonders - bei Euch: Für den unglaublichen Support und die vielen lieben Worte, die ich von den tollsten Kunden der Welt gesendet bekommen habe.

Es war ein erfolgreiches, lehrreiches Jahr 2021 - mit ebenso vielen Widrigkeiten wie schönen und intensiven Momenten - und ich sage Euch: Ich bin sowas von gespannt auf 2022!


Einen tollen Auftakt wird es schon einmal geben: Im Januar werde ich wieder für einen Monat zurück in Paris sein, um für den Glaskünstler Jeremy Maxwell Wintrebert zu arbeiten - in dem wohl gemütlichsten Heißglasstudio der Welt - ich freue mich sehr 🥳
Ab Mitte Februar geht es dann wieder einmal ab in meine zweite Heimat: Den Bayerischen Wald. Natürlich zum Glasblasen. Macht Euch gefasst auf ein tolles Shop-Update im März!💥

 

Habt ein fröhliches und gesundes neues Jahr 2022!

 

 

Jan.

2021

Interviews & More

Gegen Lockdown-Langeweile

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...für alle, denen es im verlängerten Lockdown langweilig werden sollte: Unter www.frolleinherr.com könnt ihr Euch mein Interview mit der Münchner Lifestyle-Bloggerin Karoline Herr (@frolleinherr) durchlesen, in dem ich die Herausforderungen meines Handwerkberufs sowie meines derzeitigen Nomadenlebens als Glasmacherin schildere. Bei Karolines vielen interessanten Fragen ist es mir minimal schwer gefallen mich kurzzufassen - ihr bekommt daher einen durchaus tiefen Einblick in mein derweil recht chaotisches Dasein ;-)

Ich wünsche Euch viel Spaß beim Lesen!

Des Weiteren durfte ich im vergangenen Jahr mit einigen ganz tollen Menschen und Läden zusammenarbeiten, darunter der Berliner Schmuck- und Designladen Wilhelm die 3. von Bettina Götsch. Und auch hier ist ein ganz wundervoller Artikel über die Kunst meines Handwerks und meiner Passion für die heiße Materie entstanden - mit dem bezeichnenden Titel "Brennende Liebe" - lest doch mal rein!

Und zu guter Letzt: Es freut mich gewaltig, meine Confetti Vasenobjekte nun auch in der März-Ausgabe 2021 der Instyle Germany zu sehen! Ein toller Text gepaart mit einem meiner absoluten Lieblingsbilder vom Fotografen meines Vertrauens - Roland Baege.

Der Instyle zufolge sind meine Confetti-Vasen "die beste Art Karneval daheim zu feiern, denn Blumen in diesem zart getupften Glaskunstwerk zu arrangieren macht definitv viel mehr Freude, als für den Rest des Jahres die Wohnung von den kleinen bunten Papierschnipseln befreien zu müssen."

Dem kann ich mich nur anschließen und freue mich sehr darauf, meinen Onlineshop Ende Februar endlich wieder aufzufüllen!

Also: Eine Kaufempfehlung für die aktuelle Instyle-Ausgabe! ...und auch ich werde mir nach Jahren doch glatt mal wieder ein Exemplar zulegen.

Übrigens: Weitere tolle Läden, die eine Auswahl meiner mundgeblasenen Einzelstücke in ihr Sortiment aufgenommen haben sind:

- Nicenicenice aus Aachen

- GrünBlauGrau Intérieur in Köln

- FØRMPROJEKT Berlin

- HEJ Store in Dortmund

- Glasmanufaktur Harzkristall

Schaut doch mal in ihren Onlineshops oder auf Instagram vorbei - auch das kann gegen eventuelle Lockdown-Langeweile helfen ;-)

Jan.

2021

Neues Jahr - Neue Kollektionen

Rückblick, Neujahrsgrüße und Aktuellste Infos

Wir haben es tatsächlich geschafft - 2020 ist überstanden! Mit viel Optimismus starte ich in das neue Jahr 2021 und wünsche Euch von Herzen viel positive Energie, Gesundheit und Glückseligkeit - auf dass es von nun an endlich wieder stetig bergauf gehen mag.

Trotz vieler Rückschläge - ich denke an den Abbruch meiner Gesellenwanderung im März, dem gefühlt endlos langen Lockdown bei meinen Eltern in Ostwestfalen, der mich auf eine starke Geduldsprobe stellte, und die große Schwierigkeit, während dieser Pandemie am Heißglasofen arbeiten zu können - war 2020 für mich ein überaus erfolgreiches Jahr, in dem ich viele wertvolle, neue Erfahrungen sammeln durfte.

          Neben meiner ersten Einmietung bei der Glasmanufaktur Harzkristall im Juni und einem Aufenthalt bei der Glashütte Gernheim im August war mein Schritt in die Selbstständigkeit im Oktober sicherlich einer der aufregendsten Momente im vergangenen Jahr. Denn obwohl wir alle durch die Pandemie neuen Herausforderungen und sicherlich auch viel Verzweiflung, Not und Trauer ausgesetzt waren, so durfte ich mich dennoch an einem noch nie zuvor dagewesenen Interesse an meinem Handwerk und meinen mundgeblasenen Unikaten erfreuen. Vor allem meine farbenfrohe Confetti Collection hatte es Euch angetan - und so konnte ich in dieser herausfordernden Zeit doch etwas Lebensfreude und Pastell-Power in Eurem Zuhause versprühen.

 

Bereits vor Weihnachten war mein Onlineshop dann fast komplett ausverkauft - vielen Dank für Euren Support und das Vertauen! <3

...und für alle, die es bislang noch nicht geschafft haben, handgefertigte Unikate von mir zu ergattern, habe ich sehr gute Neuigkeiten: Ab Anfang Februar geht meine Manufaktur im katalanischen Vimbodí in die zweite Runde - die gesamte Confetti Collection wird frisch aufgefüllt - ihr düft Euch also auf farbenfrohe Trinkgläser, Karaffen sowie Vasenobjekte pünktlich zum Frühjahr freuen!

2021 wird aber auch das Jahr neuer Kollektionen: Schon seit Längerem tüftle ich nämlich an wunderschönen, neuen Vasen, die nicht nur selbst ein richtiger Hingucker sind, sondern in denen saftige Frühlings- und Sommerblumen so richtig gut zur Geltung kommen! Ein Fotoshooting mit Roland Baege hat es bereits gegeben - Anfang Februar werde ich Euch die Frühjahrs-Kollektion dann endlich präsentieren.

Zudem stehen mehrere Beleuchtungsprojekte an, welche für den Herbst 2021 auf der Agenda stehen - ihr dürft also weiterhin gespannt sein. Neuigkeiten gibt's wie immer bei Instagram und via Newsletter!

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Sept.

2020

glasmachen IN VimboDÍ

Meine abenteuerliche Einmietung im katalanischen Glasmuseum

Am 12. September war es so weit: Ich setzte mich in den Flieger nach Barcelona, um nur wenige Tage später meine erste größere Produktion zu beginnen. Aufregung und Vorfreude waren groß, alles war im Vorhinein sorgsam geplant und organisiert: Schleifmaschine, Pfeifen, Werkzeuge, Farben und Co. - alles war bereits bestellt und auf dem Weg ins kleine, katalanische Dörfchen namens Vimbodí. Nichts sollte einigen erfolgreichen Produktionswochen im Wege stehen... (auf meiner Walz hatte ich ja eigentlich schon gelernt, dass es immer anders kommt als man denkt).

In Vimbodí, einem 900-Einwohnerdorf nahe Tarragona gibt es bereits seit knapp 30 Jahren ein Glasmuseum mit eigenem Heißglasstudio - denn in der Region gibt es eine jahrhundertelange Glastradition. Aufgrund der zwei großen Klöster nahe des Örtchens und der großen Wälder (Holz wurde lange Zeit zur Befeuerung der Glasöfen genutzt), hatten sich hier bereits Anfang des 12. Jahrhunderts Glasmacher angesiedelt, die vor allem Behältnisse für die Klöster fertigten - so gibt es eine große und überaus spannende Tradition und Vielfalt des katalanischen Glases! Das Museu del Vidre de Vimbodí übernimmt folglich die wichtige Aufgabe, dieses Kulturerbe sichtbar zu machen - und dies geht kaum besser, als den Besuchern das Handwerk live zu demonstrieren.

 

Am 15. September also erreichten mein Partner Prosper (ebenfalls Glasmacher - www.theglassapprentice.com) und ich das Museum in Vimbodí, gelegen inmitten der wunderschönen Berge von Prades - und das Abenteuer begann!

Zusammenfassen lassen sich die darauffolgenden Wochen als eine regelrechte Odyssee: Von blauem Glas, das nicht klar werden wollte, über eine komplette Ofen-Sanierung, bis hin zu grausiger Glasqualität - wir bekamen quasi das volle Paket eines Glasmacher-Albtraums!

Mit unserem Ziel vor Augen, haben wir uns trotz widriger Umstände jedoch nicht so schnell klein kriegen lassen und konnten - nach sage und schreibe 6 Wochen - endlich unsere Produktion beginnen!

Hier ein kleines Making-Of Video der Fertigung meiner Confetti Vasenobjekte - viel Spaß beim Schauen!

 

Juni

2020

glasmachen im Harz

Bei der Glasmanufaktur Harzkristall

Nach dreimonatiger Ofenpause war es nun endlich so weit und ich konnte bei der Glasmanufaktur Harzkristall in Derenburg Glas blasen - ein wahnsinnig gutes Gefühl nach so einer langen Zeit wieder am Ofen zu stehen! Mit dem Glasmacher Torsten Rötzsch arbeitete ich 7 Tage lang in der Glashütte in Sachen-Anhalt, um Aufträge und (Kunst-)Projekte umzusetzen.

Insgesamt zwei Tage konnte ich mich - dank des Verkaufs meiner Confetti Vasenobjekte und neuer Aufträge - in der Manufaktur einmieten, um meinen Onlineshop aufzufüllen. Das Konzept des Einmietens ist unter Glasmachern und -künstlern weit verbreitet, da der Betrieb eines eigenen Glasstudios leider sehr kostspielig ist. Ein Studio für einige Tage zu mieten ist dementsprechend eine gute Alternative - und so wurde fleißig produziert und mit neuen Farbkombinationen experimentiert.

Zudem hatte ich noch die große Freude, vom Fotografen Roland Baege bei meiner ersten Studio-Einmietung für eine Kleinserien-Produktion begleitet zu werden. Die tollen Ergebnisse sieht man hier: Schaut Euch den Herstellungsprozess zur Fertigung einer Confetti-Vase in der Diashow an!


 

viMärzMärz 2020

vitgesellenwanderung

in "Corona-pause"

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Nach nur sechs Monaten musste unsere Gesellenwanderung aufgrund der Corona-Pandemie schweren Herzens unterbrochen werden.

 

Nach einem gut dreimonatigen Praktikum bei dem kooperativen Heiglasstudio Fluïd auf der französischen Insel Belle-Île-en-Mer, einem einmonatigen Praktikum bei der Glashütte Comploj in Wien und zuletzt einem Praktikum in Paris bei dem Glasstudio vom Jeremy Maxwell Wintrebert, mussten unseren anstehenden Aufenthalte in Norwegen, Schweden und Finland vorerst abgesagt werden. Auch der Rest der Walz mit geplanten Aufenthalten in den USA, Australien, Japan, Tschechien und Italien müssen bis auf weiteres verschoben werden.

Mehr Infos gibt es auf unserem Blog.

22. Sept.

2019

vitaw a l z ²

Eine Bildungsreise rund um den Globus

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Am 22. September war es dann endlich so weit: Zusammen mit meinem Partner und Glasmacherkollegen Prosper Riba Vilardell geht es auf die lange geplante, internationale Bildungsreise im Glasmacherhandwerk. Unter dem Titel W a l z ² - Walking the World of Glass sollen innerhalb von zwei Jahren die weltweit bedeutendsten Glaszentren bereist und bei renommierten Glasstudios gearbeitet werden. Das Projekt wurde von unserem starken Bedürfnis angetrieben, uns im direkten Anschluss an unsere Ausbildung zu Glasmachern an der Glasfachschule Zwiesel hochprofessionell und international weiterzubilden und unsere erworbenen Kenntnisse und Fertigkeiten zu vertiefen - mit dem Ziel eines eigenen Glasstudio vor Augen.

Das ambitionierte Projekt wird mit freundlicher Unterstützung des Erasmus+ Programms der EU kofinanziert; es werden aber noch Sponsoren für die weitere Umsetzung unserer intensiven Bildungsreise in dem vom Aussterben bedrohten Handwerksberuf des Glasmachers (nationales immaterielles Kulturerbe der UNESCO) gesucht.

Für mehr Infos und Eindrücke: www.walzhoch2.com
--> Pressemitteilung.


 

viMärSept. 2019

vita10. Internationaler Glaskunstpreis der Stadt Rheinbach

2.Platz und Publikumspreis

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Am 21. September - genau einen Tag vor Antritt meiner Gesellenwanderung - ging es zur Preisverleihung des "10. Internationalen Glaskunstpreis der Stadt Rheinbach", einem Förderpreis für Nachwuchskünstler im Bereich des künstlerischen Glases.
Mit voll bepacktem Reiserucksack im Schlepptau, gewappnet für eine zweijährige Bildungsreise im Glasmacherhandwerk rund um den Globus, hatte ich die große Freunde den 2. Preis dieses internationalen Glaskunstpreises entgegennehmen zu dürfen. Zu aller Überraschung hatte meine Graalglas-Arbeit "Eva" (siehe Foto) neben der professionellen Jury auch noch das Publikum überzeugen können und so wurde mir zudem noch der Publikumspreis überreicht - für mich eine große Freunde und ein wundervoller Auftakt zur anstehenden Walz.

Die Arbeit zeigt eine weibliche Aktdarstellung, ausgehend von einer Freihand-Tuschezeichnung - Teil eines größeren Werks eingehender, detailreicher Aktstudien - die technisch anspruchsvoll und aufwendig mittels Graal-Technik ins Glas übertragen wurde. Bei dieser ursprünglich schwedischen Technik wird ein zuvor am Heißglasofen hergestellter, mehrschichtiger "Glas-Rohling" nach der Kühlung durch Gravieren, Schleifen oder Sandstrahlen weiterbearbeitet. Danach wird dieser erneut erwärmt, bekommt eine zusätzliche Schicht Klarglas und schließlich seine endgültige Form.

"(...) die Darstellung des Akts ist von höchster künstlerischer Sensibilität und Aussagekraft. Die Ausführung ist absolut perfekt, wobei vor allem der verzerrungsfreie Erhalt der Grafik beim Aufblasen für die finale Form genannt werden muss." - so ein Statement der Fach-Jury.

--> Pressemitteilung.

viMärzMärz

2019

vit Møhl & drivsholm glas ebeltoft, dänemark

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In direktem Anschluss an meine Ausbildung zur Glasmacherin ging es für gut drei Monate in das wunderschöne Ebeltoft in Dänemark.
Dorthin führte mich das Glasstudio Møhl & Drivsholm Glas des weltweit renommierten dänischen Glaskünstlers Tobias Møhl uns seiner Frau und Glaskünstlerin Trine Drivsholm. Dort durfte ich - nachdem ich in den Sommerferien 2018 bereits ein spontanes, einwöchiges Praktikum gemacht hatte - bei den beiden als Glasmacherassistentin tätig sein.

Die Zeit in Ebeltoft, mit seinen vielen Glasstudios und dem Museum für Zeitgenössisches Glas samt Heißglasstudio, war für mich sehr bedeutend und höchst lehrreich: Nicht nur an der Seite zweier herausragender Glasmacher arbeiten zu dürfen, bei der Fertigstellung ihrer höchst anspruchsvollen Glasobjekte und Kunstwerke mitzuwirken, sondern auch die Inspiration ihrer Werke selbst und des skandinavische Stils im Allgemeinen prägte mich sowohl in handwerklicher als auch gestalterischer Hinsicht sehr.

viMärFeb.

2019

vitausbildungsabschluss

"staatlich geprüfte glasmacherin"

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Gut zweieinhalb Jahre lang durfte ich mich Anwohnerin des idyllischen bayerischen Glasstädtchens Zwiesel nennen und beendete nach dieser Lehrzeit an der Glasfachschule Zwiesel meine Ausbildung zur "Staatlich geprüften Glasmacherin" mit der Note "Sehr gut" sowie einer besonderen Anerkennung für hervorragende Leistungen von der Regierung von Niederbayern.

Das Foto zeigt meine Gesellenstücke unter dem Titel "Antagonisma" - ein frei geformtes Gefäßduo, bestehend aus schlankem Zylinder und tiefem Teller. In der Formgebung erscheinen die Arbeiten zunächst konträr, es eint sie jedoch ihre minimalistische Geradlinigkeit. Ihre lineare Form wird gestalterisch mit den Murrine-Talern kontrastiert, deren Musterung organisch fließend erscheint. Die zuvor gefusten Murrine wurden mittels Incalmo-Technik am Heißglasofen mit den mundgeblasenen Elementen zusammengesetzt.